train | Der nächste bitte!

Schuldig im Sinne der Anklage, es gibt da noch einen Anderen. Und ich find’s toll. Es ist einfach so: ich brauche mehr und will Abwechslung. Immer nur das selbe, das ist nichts für mich. Ganz ehrlich?! Ich schäme mich nicht dafür, ich liebe es!

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Wovon ich rede? Nun ja, es geht nicht um eine polygame Beziehung in dem Sinne. Obiges Geständnis bezieht sich auf den Sport bzw. die Vielseitigkeit. Ich bin absolut beeindruckt, von Leuten, die wöchentlich Kilometer im dreistelligen Bereich runter reißen und dabei Zeiten laufen, von denen in nur träumen kann. Auch mehr als bemerkenswert diejenigen, die fast täglich Gewichte schwingen- was für eine Leistung!! Das lässt sich beliebig fortführen und stets werde ich den Hut vor solch einer Hingabe ziehen. Doch ihr merkt es sicher schon, da ist ein „aber“ im Anmarsch.

Also bitte, hier kommt es: Aber… das ist nichts für mich. Ist man (sportlich gesehen) promiskuitiv, wenn man gleichermaßen gerne Krafttraining macht und regelmäßig läuft, zwischendrin auch mal zum Pilates, Yoga, Schwimmen oder Bouldern geht? Vermutlich nicht. Dennoch hat man oft das Gefühl, nichts richtig zu können bzw. stets auf kleiner Flamme zu kochen. Ich werde wohl nie einen Halbmarathon unter 1:45h laufen, 50 Liegestützen durchdrücken oder die 26 Asanas des Bikram-Yogas beherrschen. Denn zu jedem der genannten Beispiele gehört Schweiß, Regelmäßigkeit und eine gewisse Monogamie. Zeit für anderes bleibt kaum, wenn man arbeitet, ein Privatleben und einen Laufplan mit 5 Einheiten pro Woche hat. Oder wenn montags Legday, mittwochs Backday, freitags Abs&Arms … ihr versteht worauf ich hinaus will. Man plant irgendwann sein ganzes Leben um den Sport. Der Freundeskreis besteht aus der Laufgruppe oder den Gymbuddies. Gegessen wird entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Sportart und wenn man einen Urlaub plant, werden die Gegebenheiten vor Ort auf entsprechende Möglichkeiten geprüft, die es erlauben, den Trainingsplan unverändert fortzuführen.

Mein Ding ist ist es nicht ganz, denn auf Dauer ist mir das einfach zu einseitig. Schließt mich diese Einstellung aus dem Kreis der Läufer, Yogis oder Kraftsportler aus? Irgendwie schon. Und doch auch nicht. Im Schnitt mache ich an 5 von 7 Tagen der Woche Sport. Auch wenn ich nicht einer bestimmten Trainigsart dauerhaft verfallen bin, habe ich doch so etwas wie Projekte oder auch Challenges, in denen ich mir erreichbare Ziele setze und diese fokussiert verfolge. In der Vergangenheit habe ich z.B. auf einen Halbmarathon trainiert, während das momentane Ziel im Laufsport lautet: 10km unter 52 min. In Sachen Krafttraining habe ich vor ca. 5 Jahren angefangen regelmäßg die wichtigsten Muskelgruppen zu trainieren, aktuell baue ich gezielt das Bauch- und Rückentraining aus (die anderen Muskelgruppen vernächlässige ich aber trotzdem nicht). Was ich außerdem wirklich gerne könnte, sind Klimmzüge. Daher stehen die Chancen gut, dass das meine nächste Challenge wird.

Im Grunde sind wir doch alle Freitzeitsportler. Wir sind keine Profis und verdienen unser Geld in der Regel mit „normalen“ Jobs. Sport ist ein Hobby und soll Spaß machen. Was einem Spaß macht, ist zum Glück sehr individiuell. Ob man Ultramarathoni oder Sonntagsläufer ist, ob man im Gym den Körper stählt oder lieber Kurse besucht, ob man gezielt trainiert oder einfach nur den Ausgleich sucht. Ganz egal. Hauptsache, man fühlt sich gut mit dem, was man macht.

Was sind Deine Gedanken zu diesem Thema?

train | immer in Bewegung

6 Gedanken zu “train | Der nächste bitte!

  1. Hallo Sarah,

    ich finde mich total wieder in deinem Artikel! Ich mache zwar eher an drei von sieben Tagen Sport, aber von Laufen, über Yoga und Tanzen bis hin zu Badminton oder Schwimmen ist auch bei mir alles dabei. Ich mache alles nach Bauchgefühl, immer spontan das, worauf ich am meisten Lust habe und mir gehts sehr gut damit. Ich denke, wir sollten uns nicht ausgeschlossen fühlen – sondern sind einfach eine eigene Gruppe. Und zwar eine, der Sport Spaß macht! 😀

    Liebe Grüße
    Nina

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  2. Danke für dein Feedback!! Irgendwie auch sehr beruhigend… ich habe oft den Eindruck, dass Sport nur dann als Sport gewertet wird, wenn man sich schon fast dafür aufgibt: jeden Tag ins Gym –> wow, diese gains! Jeden Tag am laufen –> wow, diese Zeiten!
    „Ach wie, du machst auch noch andere Sportarten…?!“- Ende des Gesprächs 😉

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  3. Liebe Sarah,
    ein sehr schöner Beitrag!
    Sport, in Form von Pilates, Yoga, HIIT und Laufen, ist mein Ausgleich zum Job und vor allem auch dazu da etwas für mich zu tun. Mit zwei Kindern ist das nicht einfach 🙂 Darum gibt es keine Regelmäßigkeit. Manchmal klappt es an sechs Tagen in der Woche, manchmal nur an zwei. Natürlich freue ich mich über straffere Körperpartien, bei manchen kann man nix mehr retten, aber den Ansporn beim nächsten Bkini-Contest anzutreten hab ich nicht. Hut ab vor allen Profisportlern, die ihr Leben danach ausrichten.
    Liebe Grüße
    Nicole

    Gefällt 1 Person

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