care | little planet, I care for you

Wie ihr gleich bemerken werdet, tanzt der folgende Beitrag aus der Reihe und trotzdem will ich ihn teilen, denn es geht um ein Thema, das mir irgendwie unter den Nägeln brennt. Naja, nicht ganz brennt, es ist eher so, dass meine Gedanken in verschiedenen Situationen immer wieder um dieses Thema kreisen und ich mich frage, wie soll das denn gehen?! Alles schön und gut, aber hier ist das wirklich nicht umsetzbar.

Ich kläre euch auf- es geht um den Zero Waste Lifestyle. Die Grundidee basiert auf einem minimalistischen Lebensstil, bei dem man möglichst wenig Müll produziert und nachhaltig lebt. Es wird nur konsumiert, was man tatsächlich braucht. Keine 10 Jeans, 20 T-shirts, 30 Paar Schuhe,… Kein Anhäufen von Kosmetik und Pflegeprodukten. Kein Sammeln von DVDs, Spielen oder Nippes anderer Art. Dinge, die kaputt gehen, werden  ersetzt, jedoch wird nicht mehr wahllos drauf los gekauft.

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Bea Johnson ist quasi der Star dieser Szene. Seit einigen Jahren lebt sie zusammen mit ihrer Familie einen Lebensstil, der das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund gestellt hat. Familie Johnson lebt in den USA und produziert in einem Jahr Müll, der in ein Einmachglas passt. Mehr nicht! Ist das nicht verrückt?! Mein erster Gedanke:

„Diese Ökos,… ja klar kein Wunder. Vermutlich hat Bea Johnson keinen Job und eh‘ den ganzen Tag Zeit, nach verpackungsfreien Alternativen Ausschau zu halten, ihr Essen einzukochen, Biomüll zu kompostieren und was weiß ich nicht alles.“

Denn ich habe diese Zeit nicht und stelle es mir wahnsinnig schwer vor, das tatsächlich in einen normalen Alltag zu integrieren, wenn man berufstätig ist, Hobbies hat, eventuell Kinder etc.

Seit dieses Thema immer präsenter wird, versuche ich in verschiedene Situationen vorzustellen, wie das im Sinne eines Zero Waste Lifestyles möglich wäre. Bei Asos bestellen? Forget it! Lebensmittel im normalen Laden bzw. Discounter kaufen? Da fällt mir nur noch unverpacktes Obst und Gemüse ein. Kein Joghurt, Quark oder Ketchup mehr. Wimperntusche, Shampoo, Conditioner?? Oder meine Arbeit! Meine Güte, was da an Müll produziert wird, der sich tatsächlich nicht vermeiden lässt (steriles Arbeiten ist ein Plastikmüll-Monster)… Aber auch folgende Situationen: Postwurfsendungen, auswärts essen, einen Kaffee bei Starbucks, Fahrscheine, Medikamente, just to name a few.

Sicher lassen sich immer Alternativen finden, wenn man es nur will. Ich habe mich inzwischen z.B. ganz gut daran gewöhnt, keine Plastiktüten beim Einkaufen mehr zu verwenden oder anzunehmen. Ich trage unter der Woche eine Capsule Wardrobe, die meist aus Jeans, schwarzem T-Shirt/Longsleeve und Chucks besteht. Meinen Fleischkonsum habe ich auf ein Minimum reduziert und ich kaufe kein Wasser, weil ich das einfach sinnlos finde (…unser Leitungswasser unterliegt höheren Auflagen, als jedes käuflich erhältliche Mineralwasser). Bin ich deswegen ein Öko? Wohl kaum. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass auch nur eine dieser Verhaltensweisen wirklich einen Unterschied macht oder machen könnte. Quasi ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und dennoch habe ich das Gefühl, dieses Thema kommt so langsam in der Mitte der Gesellschaft an. Unverpacktes Einkaufen, Wochenmärkte, saisonales Essen, bewusster Fleischkonsum, Capsule Wardrobes und auch in der Bloggerszene tut sich einiges. Nicht zuletzt war es Maddie, die für mich das Thema Zero Waste entgültig in den Fokus gerückt hat. Aber auch Corinna, Caroline oder Julia repräsentieren für mich Beispiele, wie man das Thema Nachhaltigkeit ganz ohne den erhobenen Zeigenfinger, frei von Dogmatismus leben kann. Wie und ob ich in Zukunft Zero Waste für mich adaptieren werde, darüber mache ich mir momentan so meine Gedanken. Ich mag das Konzept, sehe es aber trotzdem nicht rosa-rot. Es gehört mehr dazu, als „einfach“ nur auf Müll zu verzichten. Aber ein wenig Nachhaltigkeit hat noch niemandem geschadet, ganz im Gegenteil, wenn mehr Menschen auch nur minimal bewusster leben würden, könnte es in der Summe einen entscheidenden Beitrag leisten.

Für alle, die wie ich dem Thema Zero Waste bisher eher verhalten gegenüber standen, kann ich einen Blick in diesen TED Talk empfehlen. Vieles ist sicher etwas speziell, aber nimm‘ Dir 15 min und schildere mir Deine Gedanken dazu!

care | we are all in this together

10 Gedanken zu “care | little planet, I care for you

  1. Coole Idee! Also hier in Norwegen legen die Leute alle ihren Einkauf in zig Einkaufstüten. Ich nehme immer meinen Rucksack und eine Tüte von zu Hause mit. Zwar nur ein kleiner Beitrag zu Zero Waste, aber irgendwo muss man ja anfangen, nicht wahr? 😉

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    • Hallo Julie,
      da hast Du absolut recht!! Viele kleine Dinge machen am Ende auch ein Ganzes ❤ Gerade beim Einkaufen ist das so leicht, wenn man einfach immer eine Tüte in der Tasche dabei hat.

      Liebe Grüße,
      Sarah

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    • Vollkommen nachvollziehbar! Ich bewundere auch die Leute, die das ganz konsequent durchziehen. Ist vermutlich wie bei allen anderen Dingen, die einem am Herzen liegen: wenn man es wirklich will, findet man Mittel und Wege.
      Aber ich finde es schon gut, wenn das Ganze zum Nachdenken anregt!
      Liebe Grüße,
      Sarah

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  2. Zero Waste ist so ein spannendes Thema…und ich stelle immer wieder fest, wie wenig mir dieser Lifestyle gelingt. Aber ich glaube, dass das Reflektieren schon mal ein Anfang ist; sich dieses Themas bewusst zu werden und dann kleine Schritte zu unternehmen…

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  3. Schöner Beitrag! Ich finde es total wichtig in unserer heutigen Konsumgesellschaft darauf aufmerksam zu machen weniger Ressourcen zu verschwenden und weniger weg zu schmeißen.. Leider ist es schon so fest verankert, dass das manchmal wirklich schwer fällt
    Trotzdem versuche ich immer mein Bestes und ich glaube je mehr man die Augen dafür öffnet wie viel man weg schmeißt, desto besser wird man darin sparsam zu sein 🙂
    Liebe Grüße ❤

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    • Hallo Pauline,

      vielen Dank für Dein Feedback!!

      Ich glaube, wenn jeder einfach etwas darauf achten würde, wäre der Effekt in der Summe groß. Deshalb sehe ich es wie Du: einfach das Beste geben und im Kleinen denken – one step at a time ❤ Man muss nicht, von heute auf morgen zu Zero Waste, aber ein bisschen Awareness schadet nie.

      Liebste Grüße,
      Sarah

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