care | Skincare Lesson (2) – Was ist der Unterschied zwischen einem Toner, Gesichtswasser und einer Essence?

[WERBUNG | Markennennung] Als ich mich damals näher in die Skincare Thematik eingearbeitet und meine Hautpflege umgestellt habe, ging das nicht von heute auf morgen. Zudem gab es so einige Produkttypen, Treatments und Herangehensweisen, deren Sinn sich mir zunächst nicht ganz erschlossen haben. Auch der Blick auf die 10 Schritte der koreanischen Hautpflege ließen mich anfangs recht überfordert aussteigen. Braucht man das denn wirklich alles und wenn ja, wofür?!

Erst nach und nach habe ich mir Begrifflichkeiten angelesen, INCIs „verstanden“ und Produkte in meiner Pflege schrittweise ausgetauscht. Vor allem an eine Frage von damals erinnere ich mich noch ganz gut: Gesichtswasser, Toner und Essence – gibt es da einen Unterschied oder ist das alles das gleiche?

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Tatsächlich tendierte ich immer zu zweiterem und so verwendete ich entweder einen Toner oder eine Essence, jedoch selten beides gleichzeitig. Denn mir war nicht bewusst, dass es sich theoretisch um verschiedene Produktgruppen handelt, die jeweils unterschiedliche Bedürfnisse einer Pflegeroutine adressieren sollen. Inzwischen habe ich meine ganz eigene Eistellung zu diesen verschiedenen Produktgruppen, aber dazu später mehr – nun erstmal zur Theorie hinter den einzelnen Produktgruppen:

Toner

Den Anfang macht der Toner, denn dies wäre auch die logische Reihenfolge innerhalb Deiner Pflegeroutine. Übrigens verbuche ich unter der Kategorie „Toner“ auch das klassische Gesichtswasser – nur quasi mit einem etwas weniger fancy Namen. Die Idee hinter einem Toner ist, diesen direkt nach der Reinigung zu verwenden. Das geht auf folgende Überlegung zurück: selbst wenn die Reinigung noch so mild ist, sie wird das Gleichgewicht der Haut immer in gewisser Weise beeinflussen und aus dem Lot bringen. Vor allem wenn man einen Cleanser mit einem hohen pH-Wert verwendet (häufig zu finden bei Reinigungsprodukten für fettige oder zu Akne neigender Haut), wirkt sich das auf den sonst eher niedrigen/sauren pH-Wert der Haut aus. Des weiteren wird die Reinigung immer auch einen gewissen Anteil an Feuchtigkeit und Lipiden von der Haut entfernen. In Teilen ist das natürlich gewünscht, beispielsweise um die Entstehung von Unreinheiten bei überschüssiger Talgproduktion einzudämmen.

Das sollen Toner bewirken

Trotz milden Produkten und einer schonenden Reinigungsmethode ist unsere Haut nach der Reinigung eher „aufgeraut“ und empfindlich. Nicht die besten Voraussetzungen um die nachfolgende Pflege. Genau hier sollen Toner ansetzen:

1. Wiederherstellung des physiologischen pH-Wertes der Haut

Diesen Satz liest man im Verbindung mit Tonern unglaublich häufig, ich würde fast sagen, es ist einer der am inflationärsten genutzten Formulierungen in der Hautpflege. Toner sollen also in erster Linie den pH-Wert der Haut wieder angleichen. Das wiederum soll sich letztlich positiv auf unseren Säureschutzmantel auswirken. Ist der Säureschutzmantel gestört, begünstigt das das Wachstum unerwünschter Bakterien, die für Entzündungen und Unreinheiten verantwortlich sind. Folglich will unser Säureschutzmantel gehegt und gepflegt werden, denn er ist die Lebensgrundlage unserer physiologischen Hautflora – all diesen Bakterien, die unsere Haut gesund halten.

2. Feuchtigkeitslieferant

Aufgrund ihrer wässrigen Textur stellen Toner viel Feuchtigkeit bereit. Besonders nach der Reinigung wird die Haut diese wohlwollend aufnehmen. Die Befeuchtung der Haut unterstützt außerdem die Aufnahme der nachfolgenden Pflegeprodukte. Klarer Fall: ist die Haut (staub)trocken, ist die Absorption geringer.

3. Das Sahnehäubchen

Toner sollen von der Idee her vor allem die ersten zwei Punkte adressieren: pH-Wert und Feuchtigkeit. Dennoch gibt es durchaus Toner, die noch zusätzliche Benefits mitbringen. So finden sich in Tonern besonders häufig beruhigende Inhaltsstoffe wie Panthenol, Bisabolol, Allantoin oder Grüntee-Extrakt.

Essence

Essences werden in unseren Breitengraden häufig missverstanden, erfahren durch den K-Beauty Hype, der langsam aber sicher auch bei uns angekommen ist, inzwischen aber deutlich mehr Auftrieb. In den koreanischen Pflegeroutinen ist die Essence ein essentieller Schritt – daher eventuell der Name, wer weiß?!

Das sollen Essences bewirken

1. Gezielte Versorgung

Essences sollen auf die Reinigung und den Toner folgen. Der Idee nach. soll die Haut jetzt gezielt mit Pflegestoffen versorgt werden. Sie sollen eine Art Zwischenrolle zwischen Toner (wenig und niedrig konzentrierte Pflegestoffe) und den Seren (viele und hochkonzentrierte Pflegestoffe) einnehmen: nicht so leicht und wässrig wie ein Toner, aber auch noch nicht so reichhaltig wie ein Serum.

2. Feuchtigkeitslieferant

Was ihre Formulierung angeht, beruhen Essences auf einer Basis, die die Haut hydrieren, nähren und für einen gleichmäßigen Hautton sorgen soll. Dazu werden häufig Vitamine, Antioxidantien und andere Benefits wie beispielsweise Propolis, Aloe Vera, Grüntee Extrakt etc. formuliert. Auch hier ist die Idee ähnlich wie bei Tonern auch: ist die Haut gut durchfeuchtet/angefeuchtet, können die nachfolgenden Schritte und die darin enthaltenen Pflegestoffe besser von der Haut aufgenommen werden.

3. Mini-Treatment

Essences sollen nicht nur kurzzeitig ein angenehmes Hautgefühl bescheren, sondern auch in Sachen Langzeiteffekte ansetzen. Der gezielte Einsatz von bestimmten Pflegestoffen soll so beispielsweise dazu beitragen, bei dauerhafter Anwendung den Hautton auszugleichen, Rötungen zu mildern und eine ebenmäßige Hautstruktur zu schaffen.

FAZIT

Zwischen einem Toner und einer Essence liegen in der Theorie also durchaus Unterschiede. Während Toner in ihrer Formulierung eher einfach und wässrig daher kommen, erkennt man Essences daran, dass sie oftmals etwas dickflüssiger sind und zudem komplexer und reichhaltiger formuliert sind. Doch selbst die Hautpflegeindustrie scheint sich ihrer selbstauferlegten Kategorisierung in Gesichtswasser, Toner und Essence nicht ganz schlüssig zu sein.

So ist mir in der Praxis oft aufgefallen, dass viele als Toner deklarierte Produkte durchaus schon als Essences durchgehen könnten. In meinen Augen ist z.B. der Paula’s Choice Resist Advanced Replenishing Toner* schon eher eine Essence: milchig-dickflüssige Textur und deutlich pflegende und reichhaltige Inhaltstoffe wie Fettsäuren, Phospholipide, Antioxidantien, Acetylglucosamin und Hyaluronsäure. Etwas weniger komplex, dafür nicht minder interessant der Toner von Uncover Skincare für normale bis trockene Haut*. Auch hier hat der Toner durchaus Treatment-Charakter, finden sich doch neben Niacinamide auch Allantoin oder Sheabutter, das zur Regeneration der Hautbarriere beitragen kann. Auch der erst kürzlich auf dem Markt erschienene Toner von Skincerely Yours ist schon fast eher ein Treatment, kommt er doch mit einer Mischung aus verschiedenen peelenden Säuren (Milchsäure, Glycolsäure, Salicylsäure, Äpfelsäure), beruhigendem Grüntee Extrakt und dem Feuchtigkeitslieferant Glycerin daher. Müsste ich dahegen ein klassisches Gesichtswasser/Toner benennen, wäre das vermutlich so etwas wie das Balea Med Ultra Sensitive Gesichtswasser: wässrig und minimalistisch in der Formulierung.

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Das Ganze zeigt im Grunde also recht anschaulich, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Produktbezeichnungen durchaus verschwimmen können. Doch was braucht es letztendlich in der eigenen Pflegeroutine wirklich? Dafür gibt es keine richtige oder falsche Antwort, keine Vorgabe „nur so und niemals so“. Stattdessen gilt es zu ermitteln, welche Anforderungen man an die eigene Hauptpflege stellt und was man letztlich damit erreichen möchte. So kann je nach dem, wie der Rest der Routine gestaltet ist, die Wahl auf entweder Toner/Gesichtswasser/Essence fallen oder das volle Programm zum Tragen kommen.

Folgende Überlegungen könnten die Auswahl erleichtern:

  • Mach Dich nicht verrückt auf der Suche nach DEM perfekten Produkt. Was für Dich und Deine Haut funktioniert, wird auch immer das richtige sein – egal ob am Ende Essence oder Toner auf dem Label steht.
  • Auf die Reinigung sollte so oder so ein wässriger Schritt folgen. Ob dies letztendlich Toner oder Essence ist, ist im Grunde zweitrangig. Spannt Deine Haut trotz milder Produkte nach der Reinigung, könnte eine reichhaltigere Essence Sinn machen. Ist Deine Haut unkompliziert, reicht oftmals auch ein Toner.
  • Willst Du es einfach haben: wähle einen Toner, der ein paar Goodies mitbringt – je nach Hautzustand wäre das beispielsweise mit Salicylsäure bei unreiner Haut, mit Aloe Vera bei feuchtigkeitsarmer Haut, mit Allantoin oder Panthenol bei gereizter und sensibler Haut oder auch mit Bausteinen der Zellmembranen, bei gestörter Hautbarriere oder sehr trockener Haut (Cholesterol, Fettsäuren, Phospholipide).
  • Willst Du das volle Programm: wähle einen wässrigen Toner und eine reichhaltigere Essence, die sich ergänzen. So kann der Toner beispielsweise beruhigend wirken, während Du Dir über die Essence ein erstes gezieltes Treatment in Deine Routine einbaust.
  • Oft ist es schwierig eine Feuchtigkeitspflege zu finden, die alle von Dir gewünschten Anforderungen erfüllt. Hier kann das Einbauen eines Toners oder Essence quasi einen Teil der Arbeit übernehmen.

Wer nun immer noch Fragen hat: schreibt mir gerne in den Kommentaren – gemeinsam kommen wir sicher zu den Antworten, die Dir noch fehlen. Anonsten freue ich mich natürlich auch immer über Feedback, Anregungen, Eure Gedanken und natürlich auch konstruktive Kritik!

care | understanding skincare

*In diesem Text wurden Affiliate-Links gesetzt. Das heißt wenn jemand auf einen Link im Artikel klickt, und das Produkt in dem Online-Shop tatsächlich kauft, bekomme ich in manchen Fällen eine Provision. Das hat keinen Einfluss auf meine Berichterstattung. Möchtest Du das nicht, verwende diese Links einfach nicht. 

 

13 Gedanken zu “care | Skincare Lesson (2) – Was ist der Unterschied zwischen einem Toner, Gesichtswasser und einer Essence?

  1. Stimmt, einige Toner sind wirklich eher Essencen. Ich verwende immer den Balea med Toner nach der Reinigung und habe einige Monate lang den PC Earth Sourced Toner als Essence hinterher verwendet. Meiner Haut hat das sehr gefallen!

    Danke für den schönen Bericht!

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  2. Ein super guter Artikel – einiges habe ich vielleicht gehabt,vieles aber definitiv nicht gewusst.
    Vielen Dank für deine tolle Recherche und die spannenden Infos. 🙂

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  3. Wie immer ein sehr interessanter und toll geschriebener Artikel. Am Anfang hab ich mich auch verwirren lassen von den ganzen unterschiedlichen Bezeichnungen. Mittlerweile beachte ich die Kategorien meist gar nicht mehr, wie du ja auch schreibst, sind Toner manchmal eher Essencen und umgekehrt. Wichtig sind ja eigentlich auch nur die Inhaltsstoffe und ob es der Haut gut tut.
    Viele Grüße, Elisabeth 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Hallo liebe Elisabeth,

      danke für Deine Rückmeldung und interessant zu lesen, dass es nicht nur mir so geht, dass man anfangs etwas verwirrt war. Ich glaube, es ist ein guter bzw. sogar der beste Ansatz, auf die Haut zu hören und genau hinzuschauen, was gut tut. Ganz unabhängig, was das Label vorgibt. Manchmal verwende ich einen Pflgestift für rauhe Haut als Nachtcreme für die Augen, ein Serum als Feuchtiglkeitspflege etc. Man ist ja zum Glück nicht gebundan an das, was auf der Packung steht 😉

      Liebste Grüße und Dir noch einen schönen Tag,
      Sarah

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  4. Liebe Sarah,

    schöner Denkanstoß! Ich schaue mir meist die Incis an, auf die Textur oder die „Kategorie“ schaue ich weniger. Könnte an den Tagen, an denen ich mehr als ein Produkt verwende aber durchaus mal sinnvol sein. Also, danke!

    Ich wünsche dir schonmal ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße,
    Verena

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