train | unterwegs fit

Die Woche über hat es sich hier in München so richtig schön eingeregnet. Ich bin erstaunlich schnell wieder in meinen alten Trott verfallen: Arbeiten, Paper schreiben, frustriert sein. Da kann ich gar nicht glauben, dass ich heute vor einer Woche beim morgendlichen Lauf am Strand die Sonne im Nacken gespürt habe.

Insgesamt eine Woche war ich in Griechenland, genauer gesagt auf der wunderschönen Insel Spetses, die ca. 3 h südlich von Athen liegt. Im Gegensatz zum Wetter in München, war es bei uns die ganze Woche wundervoll warm, man konnte abends am Strand essen und ohne Sonnenbrille ist keiner von uns vor die Tür gegangen.

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Was jetzt nach einer perfekten Urlaubswoche klingt, war eigentlich eine berufliche Reise, auch wenn der Arbeitsort dies zugegebener Maßen in den Hintergrund geraten ließ. Ich will Euch nur ungern mit Details langweilen, nur so viel: 75 Naturwissenschaftler aus allen Ecken der Welt haben sich eine Woche lang über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Epigenetik ausgetauscht. 12h am Tag gab es ein festes Programm, das aus Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bestand. Abends ging es dann meist noch mir den Speakern zum Essen.

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Für mich stellen sich bei derlei Veranstaltungen, abgesehen von den wissenschaftlichen Aspekten, vor allem drei Fragen: 1. Was gibt es zu essen, 2. Wieviel Schlaf bekomme ich und 3. Wie kann ich meine Trainingsroutine beibehalten? Frage 1. klingt sicher erstmal nach der Raupe Nimmerstatt. Die Basis der Frage baut aber weniger auf meinem Hungerneid, sondern vielmehr darauf welche Art von Essen es gibt. Ich ernähre mich aufgrund meiner Histaminintoleranz weitestgehend clean, da Geschmacksverstärker, Aromen und Konservierungsstoffe die Symptome der Intoleranz verstärken können. Zusätzlich vertrage ich dadurch viele gängige Lebensmittel nicht, was dazu führt, dass ich die Mahlzeiten, die auf solchen Konferenzen und Tagungen serviert werden nicht ohne weiteres essen kann. Kein Gejammer, nur eine Feststellung!

Wer mich kennt wird auch Punkt 2. zweifelsohne bestätigen können. Habe ich nicht mindestens 7 Stunden geschlafen, werde ich unleidig und man sieht mir das Schlafdefizit regelrecht an. Ich bin absolut davon überzeugt und kann es auch aus eigener Erfahrung bestätigen: im Schlaf regeneriert die Haut! Jeder Tag ohne ausreichend Schlaf hinterlässt bei mir einen fahlen Teint, Augenringe und Knitterfältchen (ok, vielleicht ist letzteres auch etwas dramatisch formuliert ^^).

Während ich bei Punkt 1 und 2 die Zügel weitestgehend aus der Hand geben muss, so ist zumindest die Sache mit dem Training etwas, das ich selbst bestimmen kann. Wie das trotz eines 12-stündigen Konferenzprogramms möglich ist und ein paar Tipps für das Training on Tour, habe ich im Laufe der letzten Jahre für mich als sehr hilfreich empfunden:

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Es muss nicht immer das volle Programm sein

Zu Hause trainiere ich ca. 5x die Woche. Mal Kraftraining, mal gehe ich laufen oder schwimmen und manchmal ist es Yoga um meine (nicht vorhandene) Beweglichkeit zu verbessern- ich mag Abwechslung. Solche Einheiten können je nach Lust und Laune länger dauern oder eventuell auch Hilfsmittel benötigen. Unterwegs verzichte ich darauf. Ein kurzes Training von 20-30 min ist ausreichend und sollte ich Hilfsmittel für bestimmte Kraftübungen benötigen, reicht mir eine Parkbank (Tricep Dips, Step Up, Liegestützen,…).

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Ein Paar Laufschuhe, Hose, Shirt und Sport-BH passen immer noch in meinen Koffer. Selbst wenn ich nicht genau weiß, wie die Bedingungen vor Ort sind, kann man mit diesen 4 Teilen nichts falsch machen. Am Abend zuvor lege ich schon alles bereit, sodass es morgens schnell geht und ich keine Ausreden habe.

Weil einfach einfach einfach ist

Unterwegs mache ich keine Experimente. Gibt es ein Gym im Hotel, nutze ich das. Kann man laufen gehen, drehe ich ein paar Runden. Ist keines der beiden vorher genannten eine Option, mache ich ein schnelles Krafttraining (z.B. Kayla Itsines, Jillian Michaels,…) auf dem Zimmer.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Ja, ja, diese Phrase ist so abgedroschen, dass ich das selbst kaum hören kann, ohne genervt die Augen zu verdrehen. Aber gerade, wenn man (geschäftlich) unterwegs ist, ist der Morgen die einzige Zeit am Tag, die etwas Flexibilität zulässt. Allerdings erfordert das auch ein gewisses Maß an Überwindung. Ich stelle mir den Wecker ca. 45 min früher, um noch vor dem Frühstück zu trainieren. Ich freu mich dann immer schon riesig auf das Frühstück- die Aussicht auf Essen ist immer noch die beste Methode, um mich zum Workout zu motivieren.

Know your limits

Sind wir mal ehrlich, in diesen 7 Tagen auf Spetses habe ich keine Nacht länger als 5 h geschlafen. Das geht echt an die Substanz und spätestens nach dem vierten Tag, konnte ich morgens nicht mehr so frisch aus dem Bett springen. Genau das war der Moment, an dem ich dachte: „So ein Restday käme mir jetzt gerade recht“. Fair enough! Zu Hause trainiere ich schließlich auch nicht jeden Tag und ein bisschen Erholung gehört in jeden Trainingsplan. Also auf den Körper hören und ruhig auch mal das Training sausen lassen.

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Auf Reisen prasseln die vielen verschiedenen Eindrücke nur so auf einen ein, man trifft neue Leute, ist viel im Gespräch und am Ende des Tages fällt man meistens total geplättet ins Bett. Morgens dann auch noch früher aufzustehen um zu trainieren, das klingt eigentlich nach einer zusätzlichen Belastung. Aber nur eigentlich… ich gebe zu, vor allem das frühe Aufstehen ist mein größtes Problem. Ist dieser Schritt aber geschafft, bin ich jedes Mal froh doch eine kurze Trainingseinheit absolviert zu haben, denn für mich ist das einfach die Zeit am Tag, die nur mir gehört und die mir für den restlichen Tag ein gutes Gefühl gibt.

Wie sieht es bei euch aus, trainiert ihr auch im Urlaub oder wenn ihr unterwegs seid?

train | always on the run

3 Gedanken zu “train | unterwegs fit

  1. Liebe Sarah, gerade wollte ich Dir eine email schreiben, habe mich aber entschieden, einen Deiner Beiträge zum Sport für meine Frage zu nutzen. Vielleicht interessiert das Thema ja auch andere Leser. Es geht um Sportkleidung. Ich fahre Fahrrad so gut wie überall, auch zur Arbeit, und komme täglich ins Schwitzen – und das bereits morgens, nachdem ich meine Kleine in der KITA abgegeben habe. Bevor ich ins Büro komme, habe ich bereits ein kleines Workout hinter mir. Im Sommer ist das alles nur fun und Vergnügen. Im Herbst und Winter nicht mehr. Ich hasse dicke Jacken (da drunter mein Rücken und Brustbereich nach einiger Zeit voll nass werden) und fahre dementsprechend oft zu leicht angezogen, was zu Erkältungen führt. Hättest Du vielleicht Empfehlungen für gute Unterwäsche und Sportjacken, die in meinem Fall geeignet wären? Ich hatte mal ein T-Shirt, das ca. 50€ gekostet hat und sich laut Werbung durch ein besonders gutes Feuchtigkeitsmanagement auszeichnen sollte, das aber nichts gebracht hatte. Heute wollte ich mal zu Sportunterwäschen und Jacken (J. Wolfskin?) googeln, dachte mir aber, dass Sarah meine Frage vielleicht auf Anhieb beantworten kann….
    Danke! ❤ Pia

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    • Ach Pia, wie gut ich Dein Problem nachvollziehen kann! Deshalb habe ich immer Wechselklamotten dabei, um mich nach der Fahrt mit dem Rad in der Arbeit umziehen kann.
      Wenn es kälter wird trage ich meist eine leichte Windjacke (habe eine von The North Face) und einen Schal, den ich dann lockerer mache, sobald mir zu heiß wird.
      Wirklich atmungsaktive Kleidung habe ich bisher auch nicht aufgetrieben bzw ich bin auch so ein schlimmer Schwitzer und habe mich damit schon fast abgefunden 😉 Im Allgemeinen ist aber Funktionskleidung aus Merino nicht das schlechteste im Winter… Aber auch nicht ganz günstig.

      Tut mir leid, dass ich Dir da nicht weiterhelfen kann. Aber falls du irgendwann einen Durchbruch erlangen solltest: BITTE lass es mich wissen 😂😂

      Liebste Grüße, Sarah

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      • Liebe Sarah, danke! Ich werde nach guter Funktionskleidung definitiv suchen, weil mir die Schwitzerei schon etwas auf den Sack geht. 🙂 Ich fange bei Unterwäschen und Wind- bzw. Regenjacken an und lass Dich sicherlich wissen, was ich gefunden habe! Wie toll wäre es, so ein Hemdchen zu finden, welches die Nässe aufsaugt und den Körper warm und trocken hält, oder? Wir finden schon was! 🙂
        Liebste Abendgrüße, Pia

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