recap | Februar 2017

Der kürzeste Monat des Jahres ist durch die Fülle an Ereignissen so schnell an mir vorbei gezogen, dass ich teilweise kaum realisieren konnte, was da alles passiert ist. Gefühlt sind wir schon wieder mitten im März angekommen, höchste Zeit also für ein etwas verspätetes Februar recap.

Der Januar endete mit einer langersehnen E-Mail vom Promotionsbüro der medizinischen Fakultät: ich bekam die Nachricht, dass die Begutachtung meine Dissertation abgeschlossen war und ich einen Termin für meine Verteidigung vereinbaren durfte. Downside: bitte nicht vor dem 28.02. – also blieben genau zwei mögliche Tage, wenn ich das Ding noch vor unserem Las Vegas Trip einsacken wollte. Wie erwartet, war es relativ mühsam die Terminkalender von vier Professoren entsprechend unter einen Hut zu bekommen. Um ehrlich zu sein, wäre es auch zu schön gewesen, wenn das auf Anhieb geklappt hätte. Nice try… Glücklicherweise kam mir das Promotionsbüro entgegen und ich durfte den Termin für die Verteidigung vorziehen. Leider hat das aber auch bedeutet, dass in Summe nur 10 Tage zur Vorbereitung blieben, denn dazwischen lagen noch ein 3-tägiger Retreat mit meiner Grad-School und ein Skiurlaub. Aber eins nach dem anderen: Termin gefixed, alles andere würde sich geben.

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The perks of being a Grad-Student

Die meisten Doktoranden der LMU sind für die Zeit ihrer Promotion Teil einer Graduiertenschule (Grad-School). Neben regelmäßigen Vorlesungen, Seminaren und Workshops, gehen wir ca. einmal im Jahr für einige Tage auf einen Retreat, um Arbeit und Vergnügen zu verbinden. Dieses Mal verbrachten wir am Schliersee drei Tage mit Seminaren über Konfliktmanagement und Verhandlungsstrategie. So trocken wie es sich anhört, war es im Grunde nicht mal, denn einen Tag verbrachten wir im angrenzenden Skigebiet Spitzingsee/Tegernsee. Da wir unter der Woche vor Ort waren, wurden wir mit leeren Pisten belohnt, dazu blauer Himmer und strahlender Sonnenschein – was kann es Schöneres geben?! Das Skigebiet ist nicht riesig, eignet sich aber perfekt für einen Tagestrip. Auch die Hüttensituation (wichtiger Punkt beim Skifahren) war ideal und so verbrachten wir eine entspannte Mittagspause in der Sonne.

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Obertauern – Wir sind Schnee

Schon seit mehreren Jahren fahren wir im Winter regelmäßig nach Obertrauern. Weniger bekannt als die großen Ski- und Partygebiete Sölden, Ischgl oder St. Anton, steht Obertauern den genannten jedoch in keinerlei Hinsicht nach. Gelegen auf knapp 1700m ist bietet es Schneesicherheit von November bis April  und mit den kanpp 100 Pistenkilometern kommt auch so schnell keine Langeweile auf. Es gibt tolle und gemütliche Berghütten – mein Favorit der Sonnhof mitten auf der Piste mit einer offenen Feuerstelle im Gastraum – und auch abends findet man schöne Dinner-Locations.

Zur Abwechslung habe ich mir dieses Mal für einen Tag ein Snowboard ausgeliehen, um zu testen, inwiefern meine Snowboard-Skills noch vorhanden sind. Fast 10 Jahre bin ich nicht gefahren und daher waren die ersten Abfahrten auch mit einigen Stürzen und Frust verbunden. Nach einer Stunde hatte ich den Dreh zum Glück wieder raus und so verlief der restliche Tag auf der Piste nahezu sturzfrei. Dennoch war ich froh, das Brett am Ende des Tages wieder abgeben zu können, denn auf Ski fühle ich mich deutlich sicherer und agiler. Den Rest der Zeit in Obertauern verbrachte ich deshalb dann auch wieder auf meinen zwei Brettern und genoß die Weitläufigkeit des Skigebiets in vollen Zügen. Besonders die Geschwindigkeitsmesstrecke hatte es mir wieder angetan, denn vor zwei Jahren habe ich dort bereits ausgetestet, wie schnell ich den Hang runter komme. Dieses mal waren auf der Uhr 94 km/h vermerkt. Der Bereich für die Messstrecke war natürlich abgesperrt und mit einer ausreichenden Auslaufzone versehen. Auf offener Piste, wären derartige Geschwindigkeiten natürlich absolut unverantwortlich.

Nach Liftschluss sind wir meist erst in eine Apres-Ski Bar für einen kurzen Absacker, bevor wir uns fürs Abendessen fertig gemacht haben. Österreich hat bekanntermaßen eine schwere doch sehr schmackhafte Küche zu bieten, aber nach einem Tag auf der Piste gibt es eigentlich nichts besseres als eine Portion Kasnocken in der Lürzer Alm. Die Tage in Obertauern vergingen wie im Flug und so hat sich der Gedanke an meine anstehende Verteidigung auch erst am Sonntag morgen wieder eingeschlichen, als wir die Rückfahrt nach München antraten.

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Lost in preparations

Montag morgen zurück im Labor: nun waren es also tatsächlich nur noch 8 Tage bis zu meiner Verteidigung. In den kommenden 8 Tagen habe ich mich fast ausschließlich auf die Vorbereitungen konzentriert. Kaum Sport, im Haushalt lag alles still, gegessen wurde hauptsächlich schnell und ohne viel Schnickschnack.

Die mündliche Doktor-Prüfung zum Dr.rer.nat. an der LMU setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 30 min Vortrag über die Dissertation, 30 min Fragen zum Thema der Dissertation, aber auch ganz allgemeine Fragen zu meinem Fachgebiet (Biochemie, Epigenetik und Chromatindynamik). Alles in allem war ich bis kurz vor dem Termin relativ ruhig. Ich versuchte mir wie in einem Mantra ständig ins Gedächtnis zu rufen: „Du hast dieses Thema fast 5 Jahre bearbeitet. Du bist der Experte in diesem Bereich. Jeder andere wird stets nur an der Oberfläche kratzen, du kennst auch die winzigsten Details. Letztendlich sind es nicht die 60 min Prüfung, die entscheiden ob du das ganze bestehst, sondern die letzten Jahre.“ Ich wollte auf keinen Fall zulassen, dass unnötige Nervosität mir die Ressourcen raubt, die ich lieber in die Vorbereitung stecken sollte.

Zu meiner Überraschung hat es erstaunlich gut geklappt. Den Vortrag hatte ich geübt, bis er mir (und meinem Partner) zu den Ohren raushing. Zusätzlich habe ich die neuesten Publikationen meiner Prüfer quergelesen und mir die Basics bestimmter Untersuchungsmethoden ins Gedächtnis gehämmert. Am Tag der Prüfung fühlte ich mich aufgekrazt, stand fast schon neben mir. Meine Eltern waren aus Stuttgart angereist und lenkten mich etwas ab. Als es dann auf den Termin zuging, war ich wie auf Auto-Pilot und blendete alles um mich herum aus. Eine Stunde später war alles vorbei und es fühlte sich unglaublich surreal an. All‘ das, was ich mit meinen anderen Kollegen bereits bei deren Verteidigung erlebt hatte, passierte mir plötzlich selbst: alle freuten sich mir mir, es gab Glückwünsche von allen Seiten, mein Doktorvater setzte mir den von meinen Kollegen – zu großen Teilen inzwischen auch Freunden – gebastelten Doktorhut auf und wir feierten zusammen mein magna cum laude. Ich war einfach so erleichtert, dass diese Hürde nun auch genommen war und konnte es doch auch nicht ganz realisieren, dass die ganze Arbeit und Anstrengung nun endlich vorbei war. Natürlich gibt es immer wieder neue Ziele, die man sich setzt und erreichen will, aber in diesem Moment war es einfach nur schön, eben dieses Ziel erreicht zu haben.

Auch von meinen Freunden bekam ich so viel Zuspruch, was mich einfach unglaublich gerührt hat. Ich hätte niemals gedacht, dass sich so viele mit mir freuen und vor allen auf diese Art freuen. Dafür will ich mich nochmal von ganzem Herzen bedanken – you know who you are!!

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Walking on sunshine

Die Tage, die auf meine Verteidigung folgten, verbrachte ich wie auf Wolken. Da ich am selben Tag – ca. 1h vor der Verteidigung – auch noch mein Research-Paper bei einem wissenschaftlichen Journal zur Publikation eingereicht hatte, waren mir an einem Tag gleich zwei riesige Steine vom Herzen gefallen. Den Rest der Woche konnte ich mich also voll und ganz wieder auf meine Arbeit im Labor konzentrieren, ohne dabei einen Gedanken an irgendwelche Deadlines zu verschwenden. Abends kam man nach Hause und alles, was auf mich wartete war eine einspannte Runde Laufen oder ein gemütliches Dinner – life can be good!

Samstags feierten wir dann alle zusammen nochmal offiziell und ohne den Druck, dass jeder am nächsten Tag wieder zur Arbeit musste. Nach einem Essen beim Italiener ging es dann noch auf ein paar Drinks und die ganze Feierei endete erst in den frühen Mogenstunden, als ich mich zusammen mit meiner Freundin Maria in ein Taxi fallen ließ. Nur wenige Stunden später war ich schon wieder fit wie ein Turnschuh und warf mich in meinen Badeanzug um schwimmen zu gehen. Das war schon wieder viel zu lange her und es gibt da ja immer noch so einen Plan im Hinterkopf: ein Triathlon in Frühsommer. So langsam sollte ich ich mich dafür definitiv mal anmelden glaube ich ^^

Das Beste stand aber noch bevor: Koffer packen und getting ready for Las Vegas. Wir hatten Isabel (aka Ilse) zu ihrem 30. Geburtstag im letzten November die Flugtickets für einen Girlstrip nach Vegas geschenkt. Und so waren es jetzt nur noch wenige Tage bis es für Ilse, Sophia, Verena und mich hieß: Viva Las Vegas. Mehr dazu gibt es in Kürze in einem separaten Post!

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recap | Liebling, wie war dein Monat?

18 Gedanken zu “recap | Februar 2017

    • Hallo liebe Ellen,

      1000 Dank für Deine Glückwünsche!!!
      Mit der Vorbereitung ging es tatsächlich erstaunlich gut, aber vermutlich lag das auch daran, dass ich die Themen im Grunde noch sehr gut parat hatte, weil ich ja seit der Abgabe der Dr. Arbeit ausschließlich an meiner Publikation gearbeitet habe und da gut im Thema geblieben bin. Alles in allem bin ich sehr froh, dass ich nicht mehr Zeit hatte, denn sonst hätte ich mich vermutlich nur verrückt gemacht 🙂

      Liebste Grüße,
      Sarah

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  1. Den Begriff Grad-School habe ich bisher tatsächlich nur von meinem Freund in den USA gehört, der gerade seinen Doktor macht. Ich spiele immer mal wieder mit dem Gedanken zu promovieren, aber sobald ich an meine Qualen (aka BA- und MA-Arbeit denke), schiebe ich ihn dann doch wieder ganz weit von mir 😀
    Obertauern sollte ich mal meinem Freund empfehlen…der liebt Ski Fahren und war in diesem Jahr in Sölden.
    Ich bin dann doch eher für Vegas 😉
    Herzlichen Glückwunsch, Frau Doktor! 🙂

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    • Hallo liebe Sandra,

      hehe, na dann: wieder was gelernt 😉 Die meisten naturwissenschaftlichen Doktoranden sind inzwischen in Grad-Schools integriert, das hat auf jeden Fall seine Vorteile.
      In welchen fach würdest Du denn (wenn dann) promovieren?? So in der Retrospektive betrachtet, bin ich mir heute auch nicht sicher, ob ich das nochmal machen würde ^^

      Ohhh, Sölden ist auch ganz toll. Ich war früher auch oft in der Ecke… wenn man das Tal einfach weiter durch fährt kommt nach Sölden direkt Obergurgl, das ist auch ein sooo tolles Skigebiet!! Ach Österreich hat so viel tolle Skiregionen zu bieten ❤

      Liebste Grüße,
      Sarah

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      • Ah, das erklärt es. Ich komme aus einer anderen Ecke. Grob gesagt Sozialwissenschaften. Studienmäßig Personal- oder Organisationsentwicklung, wobei ich beruflich inzwischen eher in der Pädagogik unterwegs bin (es ist kompliziert bei mir^^). In anderen Worten würde mir die Promotion nichts bringen, außer dem Gefühl, dass ich das durchgezogen habe und eben den Titel. Deshalb überlege ich auch eher, ob ich nicht noch einen Bachelor oder Master mache.

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      • Stimmt! Da braucht man es tatsächlich dann nicht zwingend. Oft habe ich gehört, dass man sich da teilweise mit einem Titel für eventuelle Arbeitgeber schon fast überqualifiziert und die Jobsuche damit erschwert…

        Was würdest Du denn noch gerne für einen Master/Bachelor machen?

        Liebste Grüße,
        Sarah

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  2. Ja, das kann schon passieren. Wobei ich aktuell eigentlich niemanden kenne/beruflich zu tun habe, der promoviert hat. Sinnvoll wäre es wohl nur, wenn ich in die freie Wirtschaft ginge und im Bereich Personal/Organisation arbeiten oder zurück an die Uni. Beide Optionen kann ich für mich aber ausschließen. Für meinen jetztigen Job hat es auch keinen Sinn; höher geht nicht mehr 😀 Ich liebe das was ich tue, auch weil es so abwechslungsreich ist und fordernd. Aber manchmal fehlt mir das wissenschaftliche Arbeiten – und sich nicht immer mit der Realität herumschlagen.^^
    Am liebsten wäre mir Psychologie, wobei ich da ein wenig Angst davor habe, dass ich mich inhaltlich langweilen könnte, weil ich Vieles schon hatte.

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